{"id":1616,"date":"2016-10-23T10:32:07","date_gmt":"2016-10-23T08:32:07","guid":{"rendered":"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/?p=1616"},"modified":"2016-10-23T10:34:56","modified_gmt":"2016-10-23T08:34:56","slug":"drehpunkt-kultur-19-10-2016","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/en\/drehpunkt-kultur-19-10-2016\/","title":{"rendered":"Drehpunkt Kultur, 19. 10.2016"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDas Leben ist ein Traum\u201c gibt das Thema vor zum Liederabend von Ildiko Raimondi und Leopold Hager, dem ersten Saisonkonzert der Kammermusikzyklus \u201eKlangreisen im Solit\u00e4r\u201c der Universit\u00e4t Mozarteum am Dienstag (18.10.).<\/p>\n<p><em>Von Elisabeth Aumiller<\/em><br \/>\nUnd es ist auch der Titel des Liedes von Joseph Haydn, mit dem die S\u00e4ngerin und ihr Begleiter das Programm er\u00f6ffnen. Ildiko Raimondi singt mit traumwandlerischer Sicherheit den fein zusammengestellten Liederreigen, der den Bogen von der Klassik zur Romantik spannt. Die in Wien lebende Sopranistin ungarischer Herkunft ist langj\u00e4hriges Mitglied der Wiener Staatsoper und seit dem Wintersemester 2015\/16 Gesangsprofessorin am Salzburger Mozarteum. Sie ist nicht nur gefeierte Operns\u00e4ngerin, sondern ebenso versiert als Lied &#8211; und Konzertinterpretin.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/064.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-1618 size-full\" src=\"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/064.jpg\" alt=\"064\" width=\"180\" height=\"180\" srcset=\"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/064.jpg 180w, http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/064-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>Mit ihrer frohgemuten Ausstrahlung gewinnt Raimondi sofort die Sympathien der Zuh\u00f6rer. Ihre sichtliche Freude am Singen springt \u00fcber ins Auditorium und macht das Zuh\u00f6ren zur Freude. Sie singt f\u00fcr ihr Publikum und baut mit den Menschen auf eine angenehm verbindliche Art eine lockere Kommunikation auf. Ihr metallisch-heller Sopran ist technisch souver\u00e4n gef\u00fchrt. Das L\u00e4cheln ihrer Augen l\u00e4sst Raimondi in die Stimme einflie\u00dfen und gestaltet mit charmanter Koketterie und schelmischem Schalk ebenso wie sie zu melancholisch sinnierender Farbgebung f\u00e4hig ist. Ihre lebendige Mimik unterst\u00fctzt den stimmlichen Ausdruck, der sich ganz dem Wortgehalt verpflichtet. Aus jedem Lied macht sie eine kleine anschauliche Szene, eine Miniaturkom\u00f6die oder ein Minidrama, ohne dabei ins gek\u00fcnstelt Theatralische zu verfallen. F\u00fcr Gesangsstudenten d\u00fcrfte ihre Darbietung eine beispielgebende Lektion an souver\u00e4nem Auftreten, technischer Beherrschung und stimmgestalterischer M\u00f6glichkeit sein.<br \/>\nIn vier Liedern von Joseph Haydn schildert das Auftaktlied das Leben als einen poetischen Traum, dem sich drei reizende Galanterieszenarien anschlie\u00dfen, wobei die Stimme in feiner Farbschattierung \u201eder V\u00f6glein s\u00fc\u00dfes Lied\u201c mit tiriliert. Eine h\u00fcbsche Begegnung sind eine Arie und zwei Canzonen des Mozart-Sch\u00fclers und Requiem-Erg\u00e4nzers Franz Xaver S\u00fc\u00dfmayer, wobei sich die Stimme auch zu opernhafter Attit\u00fcde aufschwingt. Galant, schmerzerf\u00fcllt und melancholisch sind die Gef\u00fchlsfarben in vier Liedern von Mozart. Chloes z\u00e4rtlichem Liebesaustauch folgen das schmerzlich-s\u00fc\u00dfe \u201eLied der Trennung\u201c des verlassenen Liebhabers, der Luisa nachtrauert, w\u00e4hrend als Gegenschilderung Luisa in gro\u00dfer Erregung \u201edie Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte\u201c. Fast \u00e4therisch lie\u00df Raimondi die melancholische \u201eAbendempfindung an Laura\u201c beim Silberglanz des Mondes schillern. Mozarts Lieder\u0153vre ist meist aus Gelegenheitsarbeiten f\u00fcr bestimmte aktuelle Anl\u00e4sse entstanden, ist nichtsdestoweniger reizvoll, vor allem wenn der schlichten Melodik in der Interpretation entsprochen wird, wie es Raimondi \u00fcberzeugend vorf\u00fchrte.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/063.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1620 alignleft\" src=\"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/063.jpg\" alt=\"063\" width=\"214\" height=\"155\" \/><\/a>Wenzel Johann Tomaschek hat 41 Goethe-Gedichte vertont und sie dem Dichter pers\u00f6nlich vorgespielt. Goethe soll begeistert gewesen sein, w\u00e4hrend er sich, der \u00dcberlieferung gem\u00e4\u00df, mit Schuberts zukunftsorientierterer Tonsprache nicht identifizieren konnte. Raimondi brachte mit Wanderers Nachtlied\u201c und \u201eDer Fischer\u201c zwei unmittelbare Vergleiche zwischen Tomaschek und Schubert. Drei deutsche Lieder von Franz Xaver Mozart zeigten, dass der Sohn des ber\u00fchmten Vaters sich bereits mehr in Richtung Romantik bewegte. Bei der abschlie\u00dfenden Schubert-Gruppe brillierte Raimondi mit einem gl\u00e4nzenden \u201eGanymed\u201c und dem forsch-fr\u00f6hlichen \u201eMusensohn\u201c.<br \/>\nAm Abend seiner langen erfolgreichen Dirigentenkarriere ist Leopold Hager, 81 Jahre alt, als aufmerksamer Liedbegleiter weiterhin mit voller Energie der Musik verbunden. Bewundernswert sind seine musikalische Phrasierung und das angepasste Mitgehen mit der S\u00e4ngerin. Zudem zeigt er sein pianistische Kompetenz mit zwei Solost\u00fccken von S\u00fc\u00dfmayr und Mozart jun.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ildiko Raimondi singt mit traumwandlerischer Sicherheit den fein zusammengestellten Liederreigen, der den Bogen von der Klassik zur Romantik spannt. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1618,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[2,10],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1616"}],"collection":[{"href":"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1616"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1616\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1623,"href":"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1616\/revisions\/1623"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1618"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1616"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1616"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/ildikoraimondi.com\/new\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1616"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}